Wer kennt sie nicht, die "Was wäre wenn...?" Fragen und genau das haben Matze und ich mal ein wenig durchgesponnen:
Was wäre wenn ...
... wir in Deutschland ausnahmslos alle Sozialabgaben abschaffen würden?
... wir dafür in jedem Bürger, egal ob Kind oder Greis, (insert Zahl x here) EUR 800,– im Monat vom Staat zur Verfügung stellen würden?
... jeder Bürger von den EUR 800,– einen bestimmten, gesetzlich festgelegten Satz in Krankenversicherung, Arbeitslosen- und Rentenversicherung investieren müsste, um eine Grundabsicherung zu gewährleisten?
... der Rest der EUR 800,– frei verfügbar wäre und man eigenverantwortlich entscheiden könnte, ob man zusätzlich noch privat Vorsorge leistet für den Notfall oder das Alter?
... wir den Steuerwust abschaffen, und nur noch Steuereinnahmen über einen höheren Mehrwertsteuersatz generieren?
... wir tatsächlich unser Gehalt netto wie brutto in der Tasche hätten (weil alle Abgaben entfallen)?
Wenn man dieses mal formulieren will:
Würde ein Staatsmodell funktionieren, in dem sich der Staat auf seine eigentlichen Aufgaben besinnt und dem Bürger die Eigenverantwortung lässt?
Natürlich benötigt man eine soziale Sicherheit, und die Grundbasis soll natürlich gewährleistet sein. Deswegen sollte der Staat den Bürger in jedem Fall zu einer Mindestvorsorge anhalten, die gesetzlich festgeschrieben wird.
Man würde den Staat finanziell enorm entlasten, da zum Einen die Kosten für Bürokratie dramatisch sinken würden, zum Anderen könnte der Staat seinen Haushalt verlässlich planen, da er mit Fixkosten (EUR 800,– pro Kopf) rechnen kann und nicht mit unendlich vielen Variablen (wie viele Arbeitslose müssen bezahlt werden? Wer erhält wieviel? Usw.). Die EUR 800,– nimmt der Staat über seine Einnahmequelle "Mehrwertsteuer" ein.
Mit der Grundabsicherung ist jeder sozial abgesichert für den Notfall, allerdings kann darüber hinaus jeder selbst entscheiden, welche zusätzlichen Leistungen sinnvoll oder nötig sind. Warum soll der Staat wissen, wieviel Gesundheitsvorsorge für mich gut ist? Warum soll der Staat mir vorschreiben, wieviel ich für mein Alter vorsorgen soll? Warum sollte ich das nicht selbst entscheiden?
Sicherlich schreien nun viele auf und sagen: "Der Bürger ist nicht eigenverantwortlich genug, um solche Entscheidungen zu treffen! Der allgemeine Topf ist doch wesentlich sicherer und bequemer".
Ist das wirklich so? Sind eigenverantwortliche Entscheidungen für das eigene Leben und Wohlergehen nicht doch optimaler? Warum sollte man diese Entscheidungen nicht treffen können?
Durch die Entbürokratisierung würden natürlich viele Beamte ohne Beschäftigung sein, allerdings: Könnte man diese nicht als Berater weiterhin beschäftigen? Die, die die Entscheidung nicht allein treffen können/wollen, wie sie sich zusätzlich absichern und versichern benötigen Beratung. Die Beamten könnten sich ohne Schwierigkeiten auf die neuen Umstände einstellen und als Berater fungieren. So entstünden nicht unerheblich viele und neue Geschäftszweige, zum Einen die Beraterfunktionen, zum Anderen die Privaten, die Möglichkeiten der Zusatz-Versicherung anbieten. Wäre dann eben alles privat, aber einen Nachteil gäbe es dennoch für niemanden, da jeder entscheiden kann WO er sich versichern möchte und WIEVIEL er in die Versicherungen einzahlen will.
Damit würden dem Staat also etliche Zusatzausgaben wegfallen, womit man den Haushalt entlasten könnte.
Zudem fallen alle Zusatzleistungen für den Staat weg, wie Kindergeld, Wohngeld etc. etc., da jedem die EUR 800,– zustehen.
Was wäre nun, wenn man den Steuerdschungel abschaffen und einfach nur noch über die Mehrwertsteuer Einnahmen erzielt?
Sicher – wer braucht dann noch einen Steuerberater? Aber auch die könnten in o.g. Beratertätigkeiten switchen.
Würde der Staat seine kompletten Steuereinnahmen nur noch über die MwSt. finanzieren, gäbe es auf einen Schlag keine Schlupflöcher mehr. Jeder der konsumiert zahlt Steuern. Egal ob arm, reich, klug, schön oder nicht. Der gleiche Prozentsatz für alle. Keine Möglichkeiten mehr für die Reichen sich der Steuern zu entziehen, weil der Dschungel so undurchsichtig ist, dass man mit einem gewitzten Steuerberater drumherumkommt seinen Beitrag zu zahlen. Keine Möglichkeiten mehr für Andere, den Staat auszubeuten und zu betrügen, wenn es um Sozialleistungen geht, die man beantragen kann.
Würde das funktionieren? In der Theorie steigt die Kaufkraft in allen Bevölkerungsschichten, da die EUR 800,– bei jedem ankommen (abzüglich der Grundabsicherung). Da sicherlich nicht jeder den vollen Betrag in seine soziale Absicherung investiert, wird der Konsum – in welcher Form auch immer – durch die EUR 800,– angekurbelt. Das kurbelt die Wirtschaft und die Produktion an, da die Nachfrage steigt. Durch den gesteigerten Konsum verdient der Staat an der Steuereinnahme "Mehrwertsteuer". Die Arbeitgeber werden finanziell eklatant entlastet, da die Nebenkosten wegfallen – der Arbeitnehmer hat netto mehr in der Tasche und der Arbeitgeber kann neue Arbeitsplätze schaffen, da Arbeit im Allgemeinen nicht mehr zu teuer ist. Netter Nebeneffekt: Das lockt auch ausländische Investoren nach Deutschland, dessen Standortattraktivität lediglich leidet, weil die Arbeit zu teuer ist. So würde sich die Spirale nach oben fortsetzen, es würde mehr konsumiert, mehr produziert, mehr eingestellt, mehr erwirtschaftet. Die Arbeitslosigkeit würde sinken (zumal auch ein Anreiz zum Arbeiten da ist, da keine unendlichen Sonderleistungen vom Staat getragen werden) und die Wirtschaft würde sich erholen.
Durch den freien Markt würden sich die Preise durch den Wettbewerb regulieren. Die Eigenverantwortung der Bürger würde steigen. Die erste und zweite Generation hat damit eventuell noch Schwierigkeiten, für die dritte Generation bereits wäre all das "normal".
Der Staat hätte die Möglichkeit, sich um die Dinge zu kümmern, um die er sich kümmern soll: um die Sicherheit nach innen und außen, um Bildung, um Infrastruktur, Basisabsicherungen, Justiz. Keine Subventionen mehr, keine Lobbies mehr. Politik, die dem Land guttut.
Man beachte, dass das nur ein Gedankenspiel ist ;)
Was wäre wenn...?
Dienstag, 15. Juli 2008Gebloggt von fufu um 12:36
Kategorien: der normale wahnsinn, politik, steuern

